Sprossen und Keimlinge

Sprossen und Keimlinge sind Gemüse, die in jedem Klima und zu jeder Jahreszeit wachsen, dazu weder Boden noch Sonne brauchen und in drei bis fünf Tagen reif sind. Sprossen werden samt Spross und Wurzel verwendet, bevor sich die Blätter deutlich ausfärben. Von den Keimlingen verwendet man den Spross mit den ersten Blättchen – die Keimblätter. Sie sind deshalb so wertvoll, weil sie voller Enzyme, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und hochwertiger Proteine sind. Die Pflanzenwinzlinge sind eine ballaststoffreiche Nahrungsergänzung.

1. Saatgut

Verwenden Sie generell bitte spezielles Keimsaatgut aus kontrolliert biologischem Anbau, denn es ist nicht chemisch behandelt oder gebeizt. Das Saatgut sollte außerdem eine hohe Keimfähigkeit aufweisen. Saatgut, das nicht keimt, fängt schnell an zu gären. Am besten jährlich frisches Saatgut im Reformhaus oder Bioladen kaufen.

Die ideale Keimtemperatur liegt zwischen 18 und 20°C, also bei nicht zu warmer Zimmertemperatur.

2. Keimsaaten und Hygiene

Ich empfehle in jedem Fall, das Saatgut vor dem Ankeimen zu waschen. Spülen Sie die Keimsaaten weiterhin mindestens zweimal täglich. Menschen mit geschwächter Immunabwehr sollten vorsichtshalber auf den Anbau von Keimen verzichten. Das Kraut von Keimlingen hingegen dürfte in Sachen Keimbelastung kein Problem darstellen. Reinigen Sie Gefäße, in denen Sprossen herangezogen werden, gründlich mit heißem Wasser.

3. Sprossenglas und Kressesieb

Sprossenglas herstellen – Das Glas ist leicht zurecht gemacht: dazu nimmt man ein Gurkenglas ohne Deckel, ein Stück Fliegengitter aus Kunststoff oder eine Gaze und spannt sie mit einem festen Gummi über die Glasöffnung. Alle verwendeten Materialien sollten gewissenhaft gereinigt sein, das Glas am besten mit kochendem Wasser ausgespült sein. Sprossengläser eignen sich für alle nicht schleimenden Keimsaaten, wie Rettichsprossen, Mungbohnen und Brokkolisprossen.

Wie das Sprossenglas funktioniert – Keimsaat 8 -12 Stunden im Wasser einweichen:
1 Esslöffel für kleine Saaten wie Alfalfa, Radieschen, 2-3 Esslöffel für große Saaten, wie Mungbohnen
ausgießen und kopfüber aufstellen
Morgens und Abends müssen die Sprossen im Leitungswasser ausgespült und kopfüber aufgestellt werden, damit das Wasser gut abtropfen kann und die Keimlinge nicht im Wasser stehen. Nach 5 bis 8 Tagen wird geerntet.

Kressesieb – Kressesiebe eignen sich für die Anzucht von schleimenden Keimsaaten, wie Kresse, Senf, Rucola, Leinsamen, Radieschen und Rotklee.

Wie das Kressesieb funktioniert – Die schleimbildenden Samen einige Zeit (ca. 30 Minuten) quellen lassen und dann auf das Sieb streichen.

Als Anzuchtgefäße, gerade für die Keimlinge, können so manche Kunststoffverpackungen wiederverwendet werden, Sushi-Schalen eignen sich zum Beispiel hervorragend.

4. Brokkolisprossen, Rotklee und Kresse

Brokkolisprossen – Brokkoli ist ein Powerpaket an Vitaminen und Mineralstoffen, besonders Kalzium, und hat einen hohen Anteil an Antioxidantien, vor allem an Sulforaphan. Sulforaphan ist ein sekundärer Pflanzenstoff und soll bei vielen Krankheiten helfen, wie Arthritis, Atemwegserkrankungen und sogar Krebs. Die guten Eigenschaften gehen allerdings beim Kochen verloren.

  • Anzucht: Brokkolisamen ca. sechs bis acht Stunden vorher einweichen.
  • Pflege: Im Sprossenglas zwei- bis dreimal am Tag wässern, in der Keimschale bis zum Keimen immer feucht halten, in dem Sie die Samen mit einem passenden Teller abdecken.
  • Ernte: Nach drei bis fünf Tagen können Sprossen geerntet werden. Auch das danach kommende Grünkraut ist schmackhaft. Nach etwa sieben Tagen kann man die ersten Blättchen ernten.

Rotklee – Rotklee steigert das Wohlbefinden und enthält pflanzliche Hormone, die zum Beispiel gegen Beschwerden in den Wechseljahren helfen. Er eignet sich für Anfänger bei der Zucht von Grünkraut und auch Kinder mögen den milden Geschmack.

  • Anzucht: Rotkleesamen ca. sechs bis acht Stunden in Wasser einweichen und anschließend auf das Kressesieb streichen.
  • Pflege: Zweimal täglich wässern.
  • Ernte: Nach fünf bis acht Tagen kann man die Rotkleeblättchen ernten.

Kresse – Kresse enthält viel Vitamin C und Senföle, die gegen Erkältungskrankheiten wirken. Auch ungeübte Zimmergärtner können hier schnell Erfolge verbuchen.

  • Anzucht: Kressesamen auf feuchte Watte legen, sie müssen nicht vorher eingeweicht werden.
  • Pflege: Alle zwei Tage wässern.
  • Ernte: Nach sechs bis acht Tagen kann die Kresse geerntet werden.

Kategorie: Garten | Veröffentlicht am: 01.03.2020

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    Gitti Gartenzwerg